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Appreciative Inquiry (AI)

bedeutet frei übersetzt 'wertschätzende Erkundung und Entwicklung', ist ein Instrument der Organisationsentwicklung, das ein konstruktives Klima für Veränderungsprozesse schaffen will. Geeignete Einsatzfelder für AI gibt es daher viele:

•    Firmenzusammenschlüsse
•    neue Strategieplanungen
•    die Erschließung neuer Geschäftsfelder.

Zentrale Philosophie der Methode:
Sie macht angenehme Erfahrungen und Erfolgserlebnisse zur Basis für zukünftiges Handeln. Entwickelt wurde AI bereits Mitte der 80er Jahre in den USA von David Cooperrider und Suresh Srivastva, beide Professoren an der Case Western Reserve University, Texas.

Das Neue an der Methode besteht vor allem in dem lösungsorientierten, konstruktiven Ansatz:
Während der Fokus des traditionellen Problemlösungsansatzes eher darauf gerichtet ist, Probleme zu analysieren, um sie zukünftig zu vermeiden, heißt das Motto von AI: Analysiere, was funktioniert und baue darauf auf.

Erfahrungsgemäß haben Menschen kein Problem damit, sich mit positiven Ergebnissen zu identifizieren. Wenn sie nunmehr Wege finden, um an ihre bisherigen Erfolge systematisch anzuknüpfen, ist das Fundament für einen Veränderungsprozess geschaffen, der von allen Betroffenen getragen wird.

Mittelpunkt eines AI-Prozesses ist ein meist zwei- bis viertägiger Workshop. Im Vorfeld trifft sich der Workshop-Begleiter mit einigen Führungskräften und Mitarbeitern aus dem Unternehmen. Diese Planungsgruppe schreibt zu den Themen, die die Richtung des Wandels vorgeben sollen, positiv formulierte Fragen auf. Diese wiederum werden in einem Interviewleitfaden zusammengefasst.

Der eigentliche AI-Workshop startet dann mit einem Interview der einzelnen Teilnehmer. Jeder Beteiligte soll sich seiner beruflichen Erfolgserlebnisse und Stärken bewusst werden, um Vertrauen in die eigene Person und das Unternehmen aufzubauen. Typische Fragen können sein: An welche Ereignisse im Unternehmen erinnern Sie sich gerne? Was zeichnete diese Erfolgsmomente aus? Was schätzen Sie an Ihrer Arbeit und Ihrem Unternehmen besonders?

Nach der Interviewrunde gruppieren sich jeweils acht Teilnehmer um einen Tisch. In Kleingruppen erzählt jeder Interviewer, welche Highlights er beim Befragen zu Tage gebracht hat. In Form von Anekdoten werden die besten Erlebnisse der Tischrunden anschließend im Plenum präsentiert. Diese Phase, in der die persönlichen Emotionen der Teilnehmer die herausragende Rolle spielen und den weiteren Verlauf der Veränderung prägen, wird als 'Discovery' bezeichnet: Entdecken und Verstehen.

Die Entdeckungen bilden den Boden für die sich anschließende Phase: das 'Dreaming' (Visionieren). Die Teilnehmer setzen sich wiederum in Achtergruppen zusammen. Gemeinsam knüpfen sie an die Wünsche und Ziele an, die die Erzählungen zum Ausdruck gebracht haben, und machen sich Vorstellungen von der Weiterentwicklung des Unternehmens. Ihre Visionen stehen in deutlicher Verbindung mit den in der Vergangenheit erreichten Situationen. So entstehen realitätsnahe Konstrukte der Zukunft. Der nachfolgenden Präsentation der Zukunftsbilder sind keine Grenzen gesetzt: Die Visionen können den übrigen Teilnehmern z.B. in Form eines Liedes, eines Theaterstücks oder einer Strukturaufstellung nahe gebracht werden.

Die Visionen werden auf einzelne Unternehmensaspekte heruntergebrochen, indem Handlungsstrategien entworfen und To-Do-Listen aufgestellt werden. All das geschieht in den letzten beiden Abschnitten des AI-Workshops. In der Phase des 'Design' (Gestalten) schneiden die Teilnehmer ihre Zukunftsbilder unter anderem auf die Aspekte Unternehmensstruktur, Führung, Kommunikation, Kultur, Personal, Strategie und Qualität zu. Für jeden einzelnen Bereich, der für den Veränderungsprozess wichtig ist, formulieren die Beteiligten Zukunftsaussagen, die auf ihre zuvor herausgearbeiteten Vorstellungen aufbauen. Wichtig dabei: Die Aussagen müssen positiv formuliert, verständlich, nachvollziehbar, erstrebenswert, konkret und erreichbar sein.

In der letzten Phase, der des 'Destiny' (Verwirklichen), planen die Teilnehmer, wie die vorab formulierten Aussagen umgesetzt werden können: Wo genau können wir etwas bewirken und mit welchen Maßnahmen? Wer engagiert sich für welches Thema? Wie informieren wir unsere Kollegen? Mit diesen Fragen wird die zuvor entworfene Vision Schritt für Schritt Wirklichkeit.
AI ist ein Ansatz, der mit Gruppen jeder Größe durchführbar ist und vielfältige Variationen in der Durchführung zulässt. Häufig wird er mit anderen Gruppenmethoden wie der Zukunftskonferenz oder Open Space kombiniert.


Weiterführende Literatur:
•    Matthias zur Bonsen, Carole Maleh: Appreciative Inquiry (AI). Der Weg zu Spitzenleistungen. Eine Einführung für Anwender, Entscheider und Berater, Beltz Weiterbildung, Heidelberg 2001, ISBN: 3-407-36380-X.

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