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Internes Coaching

Das traditionelle Verständnis des Coaching - wie es auch heute noch im anglo-amerikanischen Sprachraum vorherrscht - wird als 'entwicklungsorientiertes Führen' des Mitarbeiters durch seinen Vorgesetzten verstanden. Das Coaching findet also intern statt, die Führungskraft fungiert als Coach des Mitarbeiters. Sie ist

*    'On-the-job-Trainer'
*    Lernpartner
*    Vorbild des Mitarbeiters

und vermittelt auf individuellem Wege ihr Know-how.

Die Erfüllung der beruflichen Aufgabe steht im Mittelpunkt der Beratung. Der Erfolg des Coaching ist dabei im Wesentlichen abhängig von der partnerschaftlichen und vertrauensvollen Beziehung zwischen dem Coach und dem Gecoachten.

Genau hier setzt auch ein zentraler Kritikpunkt dieses Coaching-Ansatzes an. Als Coach soll die Führungskraft den Mitarbeiter fördern, als unmittelbarer Vorgesetzter muss sie vom Mitarbeiter aber auch - mitunter deutlich - etwas fordern. Daraus resultieren zwangsläufig Rollenkonflikte. Zudem ist es fragwürdig, inwieweit eine Führungskraft kompetent und legitimiert ist, in persönliche Einstellungen und Verhaltensweisen des Mitarbeiters einzugreifen.

In der praktischen Umsetzung reduziert sich der hohe Anspruch der 'Führungskraft als Coach' schnell auf ein schlichtes 'Führen mit Zielvereinbarungen'. Was durchaus wirkungsvoll sein kann, wenn es konsequent betrieben wird.

Als Ausweg zumindest aus dem Rollenkonflikt bietet sich die berufsbezogene, individuelle Betreuung durch einen höher gestellten Manager des Unternehmens an, der nicht unmittelbarer Vorgesetzter des Klienten ist.

Häufig ebenfalls als Coaching bezeichnet, beschreibt jedoch der Begriff des Mentoring bzw. Mentorentums diesen Ansatz treffender. Die Problematik jedoch bleibt, dass auch der Mentor über langjährige Berufserfahrung verfügt, jedoch nicht unbedingt über die Fähigkeit, persönliche und zwischenmenschliche Probleme des Klienten kompetent zu bearbeiten. Innerhalb größerer Unternehmen wird deshalb verstärkt versucht, einen festangestellten Coach als eigene Stabsstelle zu etablieren, der über fundiertes psychologisches Know-how verfügt und auf die Situation des Klienten unvoreingenommener eingehen kann.
(Siehe auch externes Coaching.)

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