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Psychodrama

Psychodrama ist ein gewichtiges Wort, zunächst das „Drama“ und dann auch noch „psychisch“. Wörtlich übersetzt würde es erstmal Seelenhandlung bedeuten. Tatsächlich wird dieses therapeutische Konzept des psychodramatischen Rollenspiels, des Soziodramas und der Soziometrie von dem österreichischen Arzt J.L. Moreno (1890–1974). entwickelt.
Dabei handelt es sich um Methoden, die sich mit den Gruppenbeziehungen im kleinen Rahmen, also in Familien, Teams, Organisationen und ihrem Umfeld befassen. In Morenos Philosophie steht die „Beziehung“ und die „Begegnung“ im Mittelpunkt.
„Handeln ist heilender als reden“ oder „die Wahrheit der Seele durch Handeln ergründen“, das sind Maximen von Moreno. Psychodrama ist eine Theorie und Aktionsmethode mit einer großen Realitätsnähe. Die Theorie basiert auf drei Phänomenen: der Spontaneität, der Aktion und der Kreativität.

Eine Veranschaulichung von Situationen oder Konflikten kannte Moreno nur vom Theater. Deshalb wurden zentrale Bestandteile des Psychodramas Gruppen mit sechs bis zwölf Teilnehmern und die Bühne, d.h. ein irgendwie gestalteter Spielraum. Der Protagonist ist der zum Hauptdarsteller gewordene Teilnehmer/Teammitglied. Die Mitspieler, auch Hilfs-Ichs genannt, unterstützen den Protagonisten bei der Darstellung seiner Bezugspersonen und/oder wesentlicher Aspekte. Der Anleiter des Psychodramas greift Hinweise auf ein Problem auf, leitet das szenische Spiel und arbeitet die im Spiel gewonnenen Handlungseinsichten mit dem Protagonisten durch.

Mit Hilfe verschiedener Techniken wie dem Rollentausch, dem Doppeln, dem Spiegeln usw. werden Situationen des Einzelnen oder der Gesellschaft nicht nur sprachlich abgehandelt, sondern mit verteilten Rollen in Szene gesetzt.
Durch Perspektivwechsel, Vergangenheitsbewältigung, Konfliktverarbeitung, Zukunftsszenarien, Probehandeln und Aktionspläne können die individuellen Themenstellungen kreativ entdeckt werden. Das typische Merkmal des Psychodramas dabei ist das Durchspielen und Verändern dieser Szenen, so dass das Gruppenmitglied zu neuen Einsichten und Handlungsmöglichkeiten gelangen kann.


Weiterführende Literatur:
•    Jakob Levy Moreno: Gruppenpsychotherapie und Psychodrama, Georg Thieme-Verlag, Stuttgart, 5. Auflage 1997, ISBN 3-13-378705-5.
•    Falko von Ameln, Ruth Gerstmann, Josef Kramer: Psychodrama, 2004
•    Rainer Bosselmann, Eva Lüffe-Leonhardt, Manfred Gellert: Varianten des Psychodramas. Ein Praxisbuch nicht nur für Psychodramatiker, 3.Auflage 2006
•    Grete A. Leutz: Psychodrama, Theorie und Praxis, Bd.1. Springer-Verlag 1986, Heidelberg, 2. Auflage 1986, ISBN 3-540-06824-4.
•    Lewis Yablonsky: Psychodrama. Klett-Cotta, Stuttgart, 3. erweiterte Auflage 1998, ISBN 3-608-95301-9.

Barbara Lehmann, Senior Consultant M2M Consulting

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